Alle waren schon in Weimar – 7 Tipps für den Besuch

Wo Goethe in Weimar im Garten grübelte und Schillers Gebeine sowie Monroes Unschuld verloren gingen. Ein Streifzug durch Weimars brodelnde Gerüchteküche.

Weimar entdecken und erleben

Weimar ist Musik. Weimar ist klassisch. Weimar kann aber auch anders. Unter vorgehaltener Hand wird getuschelt. Gerüchte verbreiten sich wie Lauffeuer. Gesellschaftliche Fauxpas schaffen es zwar nicht in die Geschichtsbücher, aber dafür in die landesweiten Gazetten. Dort wo sich Prominente bewegen, folgt ihnen der Tratsch. Das ist heute nicht anders wie vor hundert Jahren. Geredet wird immer. Zum Beispiel darüber was Goethe diesmal aus seinem Garten holte, um es mit ein paar lyrischen Zeilen an seine Liebste zu schicken. Von Waldbeeren bis zum Spargel war angeblich alles dabei. Oder was Bach vier Wochen lang in seiner Gefängniszelle tat und welche Rolle der Musiklehrer in Monroes Leben spielte.

An jeder Ecke lauert eine Geschichte aus der Vergangenheit.

Um jedes Haus scheinen Geister zu schweben. Aber auch sie wissen nicht, wohin Schillers Gebeine verschwunden sind. Dreimal wurde er begraben. Doch der Sarg ist leer. Wer mehr von solchen Geschichten hören möchte, sollte sich eine kleine Stadtführung gönnen. Von März bis Oktober finden diese täglich von 10 bis 14 und Samstag zusätzlich um 15 Uhr statt. Von November bis Februar täglich nur um 11 Uhr. Startpunkt und Tickets gibt es bei der Touristeninformation am Markt. Mit der Weimar Card sind Stadtrundgang und Stadtbusse inklusive.

Weimar, Thüringen, www.anitaaufreisen.at

 Sieben Dinge, die Besucher in Weimar nicht verpassen sollten:

 

  • Thüringer Blechkuchen. Eine Kuchenplatte mit 20 verschiedenen Sorten, das hat Tradition. Wer mal probieren möchte, findet in der Fußgängerzone eine Vielzahl von Kaffeehäusern. Ein heißer Tipp ist die Konditorei Café am Herderplatz. Übrigens, in der Suppenbar gleich ein paar Häuser weiter kann man mittags gut und günstig essen.
  • Verwunschene Gärten entdecken. Weimar ist bekannt für seine traumhaften Parks. Deshalb unbedingt den Goethepark besuchen. Offiziell heißt dieser Park an der Ilm, aber er ist wie vieles in Weimar, eng mit Goethe verbunden und man zu seinem Gartenhäuschen sehen. Nicht vergessen Picknickkorb mitnehmen, unter den schattigen Bäumen lässt es sich herrlich entspannen. Abkühlung im Sommer verschafft ein Besuch in der Parkhöhle, in der es nur 8 bis 10 Grad hat. Ebenfalls wunderschön ist das Schloss Belvedere mit der Orangerie und dem Schlosspark. Die barocke Anlage entstand ab 1724 als Jagdschloss für Herzog Ernst August und als Sommerresidenz für Herzogin Anna Amalia. Die barocke Gartenanlage wurde im 19. Jahrhundert in einen Landschaftspark nach klassisch-romantischer Prägung umgestaltet. Das sind die beiden großen bekannten Gartenrepräsentanten in Weimar. Doch es gibt auch mitten in der Altstadt wunderbar versteckte Kleinode. Eines davon ist der Hausgarten vom Café Caroline neben der Kirche am Herderplatz. Ein besonderer Ort, um in aller Ruhe ein Mittagessen zu genießen. Das zweite Kleinod ist nicht weit entfernt und bietet vor allem für ein romantisches Frühstück, einen gemütlichen Nachmittagskaffee oder ein Gläschen Wein am Abend an. Es ist das Kirms-Krackow-Haus mit seinem Biedermeiergarten im Innenhof. Übrigens, Frühstück gibt es den ganzen Tag!

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  • Klassisches Weimar. Goethes und Schillers Wohnhaus gehören zum Pflichtprogramm, genauso wie das Stadtschloss und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Wie die Herzogin damals lebte, erfährt man im Wittumspalais mit seinen Prunkräumen und dem Tafelrundenzimmer.

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  • Flanieren im Zentrum. Nach der Absolvierung des Pflichtprogrammes ist Flanieren in der Fußgängerzone angesagt. Es lohnt sich, sich einfach durch die Gässchen treiben zu lassen und zu Mittag am Marktplatz eine traditionelle Bratwurst zu probieren. Vielleicht hört man dann auch zu jeder viertel Stunde die Meißen-Glocke vom Rathaus klingen. Und wenn die Glocke nicht zu hören ist, aus irgendeinem Fenster tönt auf alle Fälle Klassik. Denn irgendwo wird immer Musik geübt.
  • Ins Theater gehen. Am Marktplatz befindet sich das Theater im Gewölbe, wo einmal im Monat der Wiener Burgtheater-Schauspieler Rainer Bauer im Stück „Cranach – Luther – Goethe“ auf der Bühne steht. Wer zu dem Zeitpunkt in der Stadt ist, sollte sich diesen Theaterabend gönnen.
  • Bauhaus schauen. In Weimar ist der Bauhaus-Stil groß geworden. In der ehemaligen Kunstgewerbeschule bzw. Kunstschule, heute bekannt als Bauhaus-Universität Weimar, bekommt man einen guten Eindruck, was diesen Baustil auszeichnet. Im Campus-Pavillon, in dem früher gezeichnet wurde, wird heute Kaffee getrunken. Ein guter Platz, um den Spirit des Bauhaus-Stils zu spüren.
  • Open-Air-Konzert. Wie lange noch ist unklar, aber an lauen Sommer-Wochenendabenden finden im Zeughaus regelmäßig Live-Konzerte statt. Eintritt ist frei. Das Publikum ist bunt gemischt, die Atmosphäre sehr gechillt. Ein perfekter Ausklang für einen Tag in Weimar.

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Die Recherchereise wurde unterstützt von Thüringen Tourismus. Fotos: Anita Arneitz

2 Comments

  1. Liebste Anita,

    ich kann deinen Tipps nur völlig zustimmen, obwohl mein letzter Weimar-Trip schon eine Weile her ist. Letztes WE war ich in Erfurt, was ja auch quasi um die Ecke liegt, aber dort ist schon etwas mehr los als in Weimar. Was ich hier etwas vermisse, ist die Gedenkstättet Buchenwald – zu diesen Themen kann man stehen, wie man möchte, aber das Feeling dort ist schon ziemlich beeindruckend. Und es gehört untrennbar zu Weimar mit dazu.

    Toller Blog! Weiter so! :-)

    LG,
    Jan

  2. Hallo Jan, danke für dein Feedback und ich freue mich darüber, dass dir mein Blog gefällt. Zu Erfurt habe ich gerade auch einen Beitrag in Planung. Die Stadt hat ein ganz anderes Flair und lädt noch mehr zum Flanieren ein. Und ja, natürlich ist die Gedenkstätte Buchenwald ein Thema. Eine gute Anregung … bis bald, LG von den Färöer-Inseln…

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