Wohnen im Torwärterhaus

Kultplatz, Kloster, Burg und Schloss – die Sonnenburg in St. Lorenzen im Pustertal war in seiner 4000 Jahre langen Geschichte schon vieles. Heute ist ein Hotel, das sich harmonisch in die alten Gemäuer einfügt und Historisches behutsam in die Gegenwart einfügt.

Gotischer Flur

Auf einer Anhöhe in Südtirol thront das Hotel Schloss Sonnenburg, das auf eine turbulente Geschichte mit vielen Legenden zurück blicken kann. So wurde sie 1039 von Volkhold, Graf von Pustertal und Lurngau als Kloster für adelige Fräulein gestiftet und mit reichen Gütern und Besitzungen ausgestattet. Über 400 Höfe gehörten damals dem Kloster. Später wurde es bekannt durch den Streit zwischen Nikolaus Cusanus, Bischof von Brixen und der Äbtissin Verena, einer selbstbewussten und tatkräftigen Frau Mitte des 15. Jahrhunderts. Aufgrund des Streites wurde das gesamte Kloster exkommuniziert und der Pfarrer musste mit der Gemeinde zum Kloster ziehen und brennende Kerzen gegen das Kloster werfen und es verfluchen. Jahre danach wurde das Kloster als Steinbruch und Armenhaus verwendet, bevor es 1965 Karl Knötig kaufte und zu renovieren begann. Von 1970 bis 2003 wurden Kirchenruinen und Ringmauern ausgegraben, der Kreuzgang restauriert und auf alten Fundamenten wieder Neues errichtet. Immer mit einem wachenden Auge des Denkmalamtes.

 

Spa mit gotischen Fresken

Heute ist die Sonnenburg ein schickes 4-Sterne-Schlosshotel mit 38 Zimmern und 4 Suiten, einem Chalet, Spa und historischen Gärten. Aus dem Gewölbe aus dem 11. Jahrhundert wurde ein Weinkeller, es gibt Fürstenzimmer, den Saal der Äbtissin und Fresken aus fünf Epochen. Antiquitäten und kostbare Fayence-Öfen wurden in die Räume stilvoll integriert und laden zum entspannen ein. Für Romantiker ist es natürlich auch ein Turmzimmer. Das Spa wurde in das Gewölbe aus dem 12. Jahrhundert integriert und mit einem Kreuzgang verbunden. Nach der Sauna kann man die gotischen Fresken betrachten und im Kreuzgang mit Blick auf den Garten meditieren. Die ausgegrabenen Pfeiler und Treppen aus Granit, die Gewölbebögen und die Felsen wurden gesichert und restauriert. Die Saunakabinen wurde nicht eingebaut, sondern wie Möbel lediglich aufgestellt. Der gesamte Boden ist aus Silberquarzit, einem Stein aus Südtirol. Die Holzeinbauten sind aus Lärche, die finnische Sauna aus Zirbe.

 

Ruhe im Pfisterhaus

Ein weiteres Schmuckstück ist das gotische Pfisterhaus von 1470, direkt neben der Sonnenburg. Auf einer Wohnfläche von 175 Quadratmeter und 2 Schlafzimmern bietet es viel Platz und Ruhe mit privaten Terrassengärten und Außenpool. Ursprünglich wurde der Bau als Torwärterhäuschen genutzt, das in die Ringmauer integriert war und zu Wehrzwecken mit Schießscharten ausgestattet war. In der Barockzeit wurde das Haus zur Klostbäckerei umgebaut und im 19. Jahrhundert nach der Klosteraufhebung als Wohnung genutzt. Bei der Renovierung wurden die alten Deckenbalken erhalten und die gotische Fassade mit Quaderverputz detailgetreu saniert. Die alten Schießscharten wurden wieder freigelegt und verglast. Genauso wie das Kreuzgratgewölbe im Untergeschoss. Auch die Felsen, an die das Haus angebaut wurden, sind sichtbar geblieben und schaffen eine besondere Atmosphäre.

 

Foto: ART Redaktionsteam

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