Elberstein: Ein Märchenschloss selbst gebaut

Schloss von außen2

Die einen bauen ein Haus, die anderen ein Schloss: Ludmilla und Johann Elbe aus Globasnitz zeigen vor, wie man auch ohne Millionen am Konto zu einem zuckersüßen Märchenschloss inklusive Wappen und klangvollem Namen kommt.
Es war einmal ein kleiner Kärntner Bub, der die Burg Hochosterwitz besuchte und fortan von Burgen sowie Schlössern begeistert war. Er begann Miniaturmodelle nachzubauen und träumte davon selbst einmal darin zu wohnen. Mit 24 Jahren machte Johann Elbe, freischaffender Künstler und Restaurator, aus seinem Traum Wirklichkeit: Er begann 1976 im Garten der elterlichen Landwirtschaft, mitten im Ort Globasnitz, ein schlossähnliches Privathaus zu bauen, das er später „Elberstein“ nannte.

Schlosspark

Steiniger Weg zum Schloss
„Zuerst dachten alle, wir bauen einen neuen Stall“, erinnert sich Johann Elbe. Es war ein harter Weg zu seinem Schloss. Über vier Jahre arbeitete er mit Familie, Freunden und Bekannten am Rohbau. Und erst als man sieben Türme, die Kuppel und die drei Erker sah, war allen im Ort klar, der Elbe baut doch keinen Stall, sondern ein schlossähnliches Privathaus. Alles wurde von der Familie Elbe liebevoll selbst gemacht: Angefangen von den 49 Rundbogenfenstern über das einzigartige Parkett, die Gemälde an den Wänden, die Stuckverzierungen auf der Decke bis hin zu den Holzschnitzereien am Türrahmen, wirklich alles wurde per Hand gefertigt. Mehrere zehntausend Arbeitsstunden investierte Elbe in sein Schloss. Nur die Heizungs- Elektro- und Wasserinstallationen wurden an Profis ausgelagert.

Schlosszimmer 2 Decke

Erfolgsgeheimnis: Handarbeit
„Begonnen habe ich mit gerade einmal 2000 Schilling“, erzählt Elbe. Wenn Geld da war, wurde wieder weitergebaut. Ohne Millionen am Konto baut er sich sein eigenes Schloss. Möglich ist das aber nur mit unermüdlichen Arbeitseinsatz sowie handwerklichem Geschick. „Wir haben zwar weniger Freizeit, aber es macht Spaß und wir genießen es hier im Schloss. Wir sind einfache, bescheidene Menschen und leben gerne hier“, sagt Ludmilla Elbe. Sie und ihr Mann malen beide sehr gerne. Im Winter, wenn es im Schloss weniger zu tun gibt, entstehen zahlreiche Gemälde, die im gesamten Schloss verteilt sind. Über 800 Bilder haben sie bereits verkauft. Eine große Leidenschaft des Hausherrn sind auch detailgetreue und aufwendige Holzschnitzereien. „Je komplizierter die Aufgabe, desto mehr Freude macht es ihm“, erzählt Ludmilla Elbe.

Wappen Schloss Elberstein

Viel Raum für Kreativität
450 Quadratmeter Wohnfläche haben die Elbes in ihrem Schloss zur Verfügung und müssen auf modernen Komfort nicht verzichten. Seit 1990 bewohnen sie das Schloss, doch fertig ist noch lange nicht alles. „So ein Schloss braucht einfach viel Zeit. Es gibt immer etwas zu tun“, verrät Ludmilla Elbe. Und die Ideen gehen niemals aus. Wer das Schloss gerne einmal besichtigen möchte, kann sich 14 Tage vorher bei den Elbes anmelden und bekommt dann eine detaillierte Führung durch ein faszinierendes Schloss voller Geheimnisse! Besichtigungen und Führungen nach Voranmeldung Johann Elbe, Tel. +43 (0)4230 / 667

 

Fotos: Anita Arneitz

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