Wo es die schönsten Lavendelfelder in Österreich gibt

Die schönsten Lavendelfelder in Österreich blühen in der steirischen Provence. Dort wurde aus einem alten Hof, der einst dem Bischof Wunso als Bergmeisterhaus diente, ein Paradies für Lavendelfreunde. Ein Ausflug ins Sulmtal-Sausal zu den lila Blüten.

Lila Landschaften zwischen Weinbergen: Lavendelfelder in Österreich

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Rauf und runter führen die schmalen Straßen im südsteirischen Weinland. Die Wälder schmiegen sich in zarten Wellen an die Hügel, von Rosen umwachsene Buschenschenken laden zur Einkehr ein. Wer hier im Sulmtal-Sausal unterwegs ist, rechnet mit vielen. Aber nicht mit lila Blüten zwischen den lila Trauben. Und schon gar nicht mit den endlos langen Reihen von Lavendel vom Biohof Wunsum, die plötzlich auftauchen und dessen aromatischer Duft weit ins Land weht. Dieses Bild könnte auch aus der Provence stammen, wären da nicht das typisch österreichische Kirchlein und die traditionellen Landwirtschaftsgebäude im Hintergrund.

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Bunte Welt des Lavendels in der Steiermark

Der Überlieferung nach wurde der Hof mit dem Vulgo-Namen Wunsum bereits im 16. Jahrhundert vom Salzburger Bischof Wunso als Bergmeisterhaus gegründet. Familie Heigl hauchte dem Anwesen vor einigen Jahrzehnten neues Leben ein und baut auf den dazugehörigen Feldern Lavendel an. Obwohl es im Schaugarten Dutzend verschiedene Lavendelsorten zu sehen gibt, liegt der Schwerpunkt bei der Verarbeitung bloß auf drei Sorten.

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Der Lavendel aus der Provence, der sogenannte Lavandin oder Lavandula intermedia grosso, ist eine Hybrid-Pflanze aus echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Typisch für die Pflanze ist der intensive Geruch, deshalb wird sie für Duftsäckchen verwendet.

Der echte Lavendel namens Lavandula angustifolia zeichnet sich durch sein wertvolles Öl aus und wird auf Wunsum in erster Linie für die Destillerie sowie in der Küche eingesetzt.

Für Deko-Zwecke eignet sich die Sorte Lavandula angustifolia Hidcote Blue hervorragend, weil ihre Blüten im dunklem Blau erstrahlen. Zudem ist Hidcote Blue ein genügsamer Bodendecker, der auch im Kübel wächst. Alle drei Sorten haben sich in der Steiermark bewährt. Sie sind mehrjährig, frosthart und brauchen im Winter nur mit ein wenig Stroh, Laub oder Reisig bedeckt werden.

Deko, Kosmetik oder Küche: Lavendel lässt sich auf vielfältige Weise verarbeiten

Die blauen Blüten sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern lassen sich auch hervorragend haltbar machen. Dazu den Lavendel einfach an einem dunklen, luftigen Ort wie den Dachboden zum Trocknen aufhängen oder flach auslegen. Nicht in die Sonne legen, dann kann die schöne Farbe verblassen!

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Tipps direkt von den Lavendelfelder in Österreich

Wer lange Freude und wenig Arbeit mit seinem Lavendel haben möchte, sollte bereits beim Kauf auf die Auswahl der Sorte achten. Die Beschaffenheit des Bodens spielt eine wichtige Rolle: Echter Lavendel mag kalkhaltigen Boden, Schopflavendel hingegen gar nicht.

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Es gibt über 30 unterschiedliche Lavendelsorten, mit zahlreichen Untersorten, Kreuzungen, Größen und Blütenfarben. So wird im Garten neben dem echten Lavendel und Lavandin, gerne der Speiklavendel verwendet. Für den Balkon oder die Terrasse sind der farnblättrige Lavendel und der wollige Lavendel zu empfehlen. Der Schopflavendel, auch Schmetterlingslavendel genannt, sieht durch seine wilde Optik und die rosa Blüten schön aus, ist aber nicht winterhart und muss in den kalten Monaten ins Haus.

Lavendel braucht im Topf viel Platz. Daher am besten nur ein Pflanze in einen Topf setzen und auf eine gute Drainage achten. Im Sommer sollte der Lavendel gegossen werden, sobald er ein wenig angetrocknet ist. Im Herbst werden die vertrockneten Blüten abgeschnitten, damit er im nächsten Jahr austreiben kann.

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Ein Schnitt verjüngt den Lavendel

Grundsätzlich ist der Lavendel ein Sonnenkind. „Bei viel Regen leidet er“, weiß Sabine Schwarz vom Biohof Wunsum. Staunässe oder lehmigen Boden verzeiht er nicht. Lavandin, echter Lavendel und Hidcote Blue fühlen sich auf einem kargen, sandigen Boden wohl. Im Frühjahr schneidet die Lavendelkennerin die Pflanzen mit einer Gartenschwere radikal zurück. Der Lavendel wird auf ein bis zwei Drittel gekürzt, aber sie achtet darauf nicht zu tief ins alte Holz zuschneiden. Als immergrüner Halbstrauch neigt der Lavendel zu einer Verholzung. Durch den Rückschnitt erreicht sie eine Verjüngung der Pflanze sowie einen kompakten Wuchs. Stimmen Standort und Boden, können die Pflanzen bis zu 20 Jahre alt werden.

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Bei der Ernte wird der Lavendel rund zehn Zentimeter unterhalb seiner Blüten abgeschnitten. Als Lippenblütler ist er mit Minze, Salbei und Melisse verwandt. Das bedeutet Vorsicht beim Gestalten der Gartenbeete: „Lavendel mag es gar nicht in ein Beet gesetzt zu werden, indem vorher schon ein anderer Lippenblütler war“, verrät Schwarz. Mit Rosen kann Lavendel eine friedvolle Nachbarschaft eingehen und hält sogar die Läuse von ihnen fern.

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Ernte und Pflege auf den Lavendelfelder in Österreich

Am Biohof Wunsum wird der Lavendel nicht gedüngt. „Zum Mulchen verwenden wir den Rasenschnitt und alle zwei Jahre wird der Boden gekalkt“, erklärt Schwarz. Ansonsten braucht der Lavendel wenig Pflege. Die Vollblüte setzt Mitte Juli ein. Dann werden die Blüten mittags an einem sonnige Tag geerntet und auf dem warmen, luftigen Dachboden getrocknet. Danach wird der Lavendel gerebelt, zerkleinert und gesiebt. Während sich die Menschen noch lange an seinem feinen Aroma erfreuen, labten sich die Bienen und Schmetterlinge schon vorher genussvoll an den lila Blüten aus der steirischen Provence.

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Der Biohof Wunsum in Kitzeck

Am Hof werden auf einer Fläche von zwei Hektar Lavendel in Bio-Qualität angebaut . Zusätzlich wird in der hauseigenen Brennerei Bio-Obst zu Hochprozentigem verarbeitet. Im Schaugarten werden verschiedene Lavendelsorten gezeigt.

Lavendelblüten werden zu Tee, Likör, Sirup, Salz- und Gewürzmischungen, Seifen, Marmeladen, Lavendelessig veredelt. Seit kurzem wird ätherisches Lavendelöl und Eau de Lavandel hergestellt. Zum Selbstverarbeiten wird der Lavendel auch pro Kilo verkauft. Der Hofladen hat Dienstag, Mittwoch und Samstag bis Ende Oktober geöffnet.

Tipp für den Ausflug zu den Lavendelfelder in Österreich

Einmal im Jahr laden Wunsum und die Winzer aus Kitzeck zu einem zweitägigen Lavendelfest. Führungen gibt es auf Voranmeldung. Tel.: 0664 812 88 36, www.wunsum.com, www.sulmtal-sausal.at

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Reisen in den Garten, Ausflüge ins Grüne

Du liebst Auszeiten zwischen Blättern und Blüten? Dann wäre doch auch ein Besuch bei den Zitronen vom Faaker See oder Winter im Bonsai-Garten in Seeboden etwas für dich. Weiter südlich lohnt sich ein Ausflug zu den Gärten am Gardasee oder in den Tropischer Garten Slowenien; ein Spaziergang zwischen Orchideen in Dobrovnik. Das sind aber nur ein paar meiner Tipps für den Reisen in den Garten. Im Blogarchiv findest du noch viel mehr.

Lavendelfelder in Österreich, Biohof Wunsum, Sulmta-Sausal, Foto Anita Arneitz, Reiseblog www.anitaaufreisen.at

Fotos: Anita Arneitz. Die Recherche wurde unterstützt von der Region Sulmtal-Sausal.

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