Herbstgefühle auf Schritt und Tritt: Wandern im Lesachtal

Sanfte Farben auf den Almwiesen und erste schneebedeckte Gipfel machen das Wandern im Lesachtal zu einem besonderen Erlebnis. Tipps für goldene Wege hoch auf den Bergen und unten im Tal.

Wandern im Lesachtal, Kärnten, Österreich, Reisetipps, Foto Reiseblog Anita auf Reisen

Wandern im Lesachtal – im Herbst ein Muss

Klar ist sie, die Luft und schon ein wenig kalt. Aber das macht nichts. Die verspielten Wolken lassen schon die wärmenden Strahlen der Herbstsonne durch. Das Licht ist zu dieser Jahreszeit im Lesachtal sanft und effektvoll. Das umliegende Gebirge, im Kontrast dazu schroff und imposant. Gerade deswegen zählt das Lesachtal in Kärnten mit seinen charakteristischen Konturen zu einem der schönsten Wandergebiete Europas. Dabei geizt es wahrlich nicht mit seinen Reizen.

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Fantasievolle Steinstrukturen, smaragdgrüne Seen, weitreichende Wälder, Natur in ihrer unverkennbarsten Form. Reizvoll, makellos, farbenprächtig. Die dritte Jahreszeit offenbart den Wanderern hier eine gefühlvolle Verlockung, der nur schwer zu widerstehen ist. Selbst wenn sich bereits in manchen Nächten das erste Schneeflocken auf den Gipfel verirrt, der Herbst gibt noch lang nicht auf.

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Sinne wandern mit im Lesachtal

Ausstrecken möchte man seine Hand, um eines der bunten Blätter zu fangen, die umherhuschen. Mit den Füßen fest am Weg. Erdung und Verbundenheit, die mit jedem Schritt stärker zu werden scheint. Den Blick in die Weite gerichtet. Schon die ersten Meter in den mehrfach ausgezeichneten Landschaften des Lesachtals lassen spüren, dass das Tal nicht so wie andere ist. Wanderer und Bergfexe sehen in dem über 300 Kilometer langen Wegenetz nicht nur einen Geheimtipp, sondern auch einen Ort, um die Kräfte und Energien aufzuladen. Nicht nur im Sommer, sondern vor allem im Herbst sind ausgesuchte Touren ortskundiger Wanderführer ein Erlebnis für die ganze Familie. Flora, Fauna und Wissenswertes über die Geologie des Tales lässt erahnen, warum die Landschaften für Körper und Geist so anziehen sind.

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Fühlen, hören, sehen. Bei den regelmäßigen Themenwanderungen wandeln Interessierte auf den Pfaden des Mühlenwegs und lernen die Geschichte des Tals der hundert Mühlen kennen. Eine Tour entlang des „Geotrails“ in die Walderlebniswelt oder zur Kraftquelle Radegund geben weitere Hinweise auf die beinahe magischen Reiz der Region. Abseits der Pfade gibt es allerhand Neuigkeiten über Haus- und Wiesenkräuter bei einer Kräuterführung zu erfahren. Es sind nicht die neuesten technischen Errungenschaften oder eine Extravaganz, die den Flair ausmachen. Es ist vielmehr die Einfachheit und die Nähe zu den Elementen, die das Lesachtal im Herbst für Naturliebhaber so außergewöhnlich machen. Deshalb folgt gleich ein besonderer Tipp für das Wandern im Lesachtal.

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Naturjuwel Wolayersee – so wandert man hin

Weiter oben, wo die Grenze zu Italien fühlbar unter den Füßen steckt, die Ruhe einen völlig neuen Stellenwert bekommt und der Körper sich seine Rast redlich verdient hat, dort ist ein Naturjuwel zu sehen. Mit dem auf 1.960 Höhenmetern gelegenen und 13,9 Meter tiefen Wolayersee wird nach einem knapp dreistündigen Marsch ein Entspannungspunkt erreicht, der die Seele eines jeden Wanderers berührt. Doch der Reihe nach. Ausgangspunkt für die Tour ist der Parkplatz an der Hubertuskapelle im Wolayer Tal. Über Birnbaum erreicht man diese charmante geistliche Stätte und richtet seinen Blick zielgerichtet auf den nahen Forstweg, der schnurstracks auf die Untere Wolayeralm führt. Von hier an beginnt der Weg in Serpentinen anzusteigen. Wie aus dem Nichts erscheint mit dem „Sprudelbach“ nach kurzer Zeit ein Wasserfall, der zum Verweilen lädt. Hier muss wohl ein Maler am Werk gewesen sein. Es ist jedoch ratsam, den weiteren Aufstieg nicht ganz zu vergessen. Mit dem Plateau der Oberen Wolayeralm erreichen bergaffine Naturkundige die nächste Station der mittelschweren Wanderung. Weiter in eine Senke, in der es innezuhalten gilt. Ein Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges erinnert an die Gräueltaten aus vergangenen Tagen.

Nach einer weiteren halben Stunde weitet sich die Szenerie in ihrer herbstlichen Vielfalt und der Wolayersee mitsamt seiner Schutzhütte ist in Reichweite. Aber Achtung: Die Hütte wird nur bis Oktober bewirtschaftet, Proviant dementsprechend im Rucksack einberechnen. Das etwas kalte Gewässer ist ein Blickfang und ganz Mutige wagen es die Zehen hineinzustecken. Einheimische sprechen von einem Jungbrunnen, der die Lust auf das Grüne völlig neu entfacht.

Der See selbst ist von Natur aus fischfrei und speist mit dem unterirdisch abfließenden Wasser zwei Quellen auf österreichischem und italienischem Gebiet. Die Wanderung ist Teil des Karnischen Höhen- oder Friedenswegs, der weiterführend teils auf Höhe des Karnischen Hauptkamms auf bis zu 2800 Meter verläuft. Eine Bergpracht in Gold, die sich auf eine Gesamtlänge von 155 Kilometern erstreckt.

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Menschen und Kultur erwandern abseits der Massen

Abseits der Massen Kultur und Leute erwandern, das Lesachtal ist für die Herzlichkeit seiner Bewohner bekannt. So kann ein Kärntner Mundartbegriff schon mal für eine feste Überraschung sorgen.

Mit „Trink a Wåsa, werta pesa“ möchte jemand dem Wanderer etwas zu trinken anbieten und wenn auf die herbstliche Verfärbung der „Grantn“ hingewiesen wird, die Preiselbeeren auf den Almwiesen gemeint sind.

Als krönenden Abschluss einer Wandertour bietet sich ein Abstecher auf einen der kleinen, aber feinen traditionellen Lesachtaler Höfe an. Gemütliches Beisammensein, Kulinarik und traditionelle Hausmusik lassen Wanderherzen höher schlagen. Wandern als Erlebnis, authentisch und urig, mitsamt einer neu entdeckten Naturverbundenheit. Etwas entspannter, als anderswo.

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Wandern im Lesachtal – mehr Informationen

Detailinformationen übers wandern im Lesachtal gibt es auf der Seite des Tourismusverbandes. Aber auch in meinem Reiseblog findest du noch mehr über das schönste Tal Österreichs:

Wenn des, wos da is, zur Marke wird: Slow-Food-Travel im Gailtal und Lesachtal

Lesachtal: Auf den Spuren von James Bond

Herbst-Wanderung im Lesachtal

Slow Trail: Achtsam wandern in Kärnten

Mit dem Kajak auf der Gail

 

Fotos: Anita Arneitz

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