Wandern auf den Spuren der Bären zur Narzissenwiese

Es gibt sie noch: die Bären in den österreichischen Bergen. Einige von ihnen leben im kärntnerischen Bärental. Bei einer Tour können Wanderer seltene Tierspuren entdecken, sich auf der Narzissenwiese ausruhen und die imposanten Karawanken genießen.

Narzissenwiese in den Karawanken

Wer in die Stille des Waldes eintauchen will, muss zuerst dem Rauschen des Wassers folgen. Von Feistritz im Rosental folgen wir auf einer schmalen Straße dem Bärentaler Bach immer tiefer hinein in die Schluchten der Karawanken. Die Wohnhäuser verschwinden, langsam breitet die Natur den Mantel der Einsamkeit aus. Die grauen Gipfel vom Bärensattel, Hochstuhl und Kosiak tauchen am stahlblauen Horizont auf. Diese Berge sind zwischen 1.703 und 2.236 Meter hoch. Nur noch vereinzelt schmiegen sich weiße Schneefelder an die Felsen. Darunter breiten sich schon die Blätter der Bäume sonnenhungrig aus und die Bergwiesen sind übersät von weißen Narzissen, die aufgrund der Höhenlage bis in den Juni blühen.

Aufstieg zur Narzissenwiese

Um das blühende Schauspiel aus der Nähe betrachten zu können, lassen wir das Auto am Talboden bei der Stouhütte auf über 960 Meter Seehöhe stehen. Links führt der Weg hinauf zur Matschacher Alm und der beliebten Klagenfurter Hütte. Wir zweigen aber diesmal rechts ab, in Richtung Bärensattel und verlassen nach kurzer Zeit die Forststraße. Über Steine und rutschige Blätter steigen wir neben dem Bach durch den Wald auf.

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Der Puls wird schneller, die Schritte langsamer. Kehre um Kehre schlängelt sich der Weg nach oben. Der Bach ist kaum mehr zu hören, stattdessen rascheln die Zweige im Wind. Das erste Stück ist ganz schön anstrengend, trotzdem ist der rund dreistündige Rundwanderweg zur Narzissenwiese für Familien zu empfehlen. Alte Schulbänke aus Holz laden zum Ausrasten ein und die Wiesen rund um das verlassene Anwesen Schneider sind perfekt für ein Picknick. Einfach Decke ausbreiten, Füße ins Tal strecken und sich am Blick auf das Bärental erfreuen.

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Heimat der Bären

Der Name des rund sieben Kilometer langen Tals kommt nicht von ungefähr. Irgendwo hier, versteckt in den Wäldern, wohnen die Bären. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, den Weg eines Bären zu kreuzen, sollten sich Wanderer doch bewusst sein, dass sie im Reich der mächtigen Tiere unterwegs sind. Immer wieder weisen Informationstafeln auf die richtige Verhaltensweise bei einem Zusammentreffen hin. Bärenkenner entdecken auch die eine oder andere Spur der Bären. Die Tiere sind von Kroatien und Slowenien nach Kärnten gewandert und in den Karawanken heimisch geworden. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 110 Zentimetern und ein Gewicht bis zu 250 Kilogramm. Am liebsten ernähren sie sich von Pflanzen.

Gelebter Wildtier-Schutz

Tagsüber ruhen die Bären meistens in ihren Lagern, die versteckt an unzugänglichen Stellen liegen. Von Anfang Dezember bis Ende Februar halten sie ihren Winterschlaf. Deshalb sollten Wanderer bei Touren durchs Bärental auf den Lebensraum der Wildtiere Rücksicht nehmen und sich möglichst leise verhalten. Die Tiere brauchen ihre Rückzugsgebiete. Also nicht querfeldein laufen, sondern auf den gekennzeichneten Wegen bleiben und Hunde unbedingt an die Leine nehmen.

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Im Reich der Bären

In den Sommermonaten werden die Bären in der Dämmerung aktiv und streifen in der Nacht durch die Gegend. Manchmal kann es dabei schon vorkommen, dass ein Bär dem köstlichen Honig im Bienenstock nicht widerstehen kann und zum Plünderer wird. Die Schäden werden den Imkern und Bauern in Kärnten vom Land abgegolten. Geschützt sind die Bären sowohl nach dem Jagdgesetz als auch nach dem Naturschutzrecht der Europäischen Union. Grundsätzlich vermeiden die Bären aber die Begegnung mit den Menschen. Falls es doch zu einem Treffen kommt, sollte man unbedingt Ruhe bewahren, Abstand halten und laut auf sich aufmerksam machen, damit der Bär rechtzeitig die Flucht ergreifen kann.

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Blick ins Tal

Panorama wandert mit

Schweren Herzens reißen wir uns vom Blick ins Tal los und überlassen die herrlich duftende Narzissenwiese den emsig herum schwirrenden Carnica-Bienen. Ursprünglich und unvergesslich sind diese ruhigen Momente im Schatten der Karawanken. Die alten Bergbauernhöfe mit Steinmauern und Schindeldächern erinnern an das harte Leben auf der Alm. Die steilen Wiesen mussten mit der Hand gemäht werden. Ein Großteil der Lebensmittel wurde selbst hergestellt.

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Altes Anwesen
Kulinarischer Abstecher

Seit 110 Jahren ist die Klagenfurter Hütte auf der Matschacher Alm ein beliebtes Ziel für Ausflügler. Kaum ein Einheimischer, der nicht einmal in seinem Leben gemeinsam mit der Familie, auf die Alm gewandert ist. Die Anstrengung des rund eineinhalbstündigen Aufstieges lohnt sich: Die Ausblicke auf das Felsmassiv des Hochstuhls sind spektakulär und lassen sich bequem von der Sonnenterrasse aus genießen.

Das Bärental ist wirklich ein wunderschönes Wander- und Klettergebiet“, schwärmen Wirtsleute und Wanderer.

Manche nutzen deshalb die Hütte auch als Zwischenstopp auf ihrem Weg zu den umliegenden Gipfeln. Wir haben für heute aber genug. Mit vollem Bauch treten wir zwischen Almrausch und Latschen den Rückweg hinunter ins Tal an.

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Rastplatz auf dem Weg zur Narzissenwiese

Tipps fürs Wandern im Bärental

Klagenfurter Hütte

Bereits 1906 wurde auf der Matschacher Alm auf 1660 Meter Seehöhe die Klagenfurter Hütte eröffnet. Seit dem ist es ein beliebtes Ausflugsziel zu jeder Jahreszeit. Sportliche nutzen die Hütte als Zwischenstopp für den Aufstieg auf den Kosiak-Gipfel. Zum 110jährigen Jubiläum 2016 wurde die Hütte generalsaniert und erstrahlt im neuen Glanz. Den traditionellen Almkirchtag nicht verpassen!

Naturfreundehaus Koschuta

Vom Bergsteigerdorf Zell-Sele geht’s hinauf zum Koschutahaus, wo auch übernachtet werden kann. Tagesausflügler genießen Köstlichkeiten aus der eigenen Erzeugung und einen beeindruckenden Ausblick.

Zwei Wanderungen

Vom Parkplatz bei der Stouhütte rechts den Weg zur Narzissenwiese/Bärensattel einschlagen oder links zur Klagenfurter Hütte hoch gehen. Gutes Schuhwerk, Wanderstöcke und Trinkwasser mitnehmen!

Für beide Varianten sollte man sich für einen gemütlichen Auf- und Abstieg zwischen drei und vier Stunden Zeit nehmen. Schließlich sollte auch eine Rast zur Stärkung eingeplant werden. Weitere Informationen und genaue Tourenpläne gibt es auf www.carnica-rosental.at.

Fotos: Anita Arneitz, Matthias Eichinger

 

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