Wellness im Hochschober auf der Turracher Höhe

Hamam, Sauna oder Spa: Karin Leeb vom Hotel Hochschober spricht im Interview über Wellness-Etikette und entspannende Trends.

Auszeit ohne Fettnäpfchen: So wird der Wellnesstag im Hochschober zum Hit

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Karin Leeb vom Hotel Hochschober in Kärnten

Wie wird Wellness-Etikette im Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe gelebt?

Karin Leeb: Im Grunde geht es bei der Wellness-Etikette um die Frage des gegenseitigen Respektes. Richtlinien nicht per se sondern um sich gegenseitig den Aufenthalt angenehm zu gestalten und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Dies haben wir in unserer „Renaissance des Respekts“ formuliert. Sehr höflich und sehr klar. Er hängt an mehreren Punkten im Wellnessbereich aus und die Gäste finden ihn in den Bademantel-Taschen in ihrem Zimmer vorbereitet.

Was sind für Sie die wichtigsten Verhaltensregeln im Spa?

Ich nehme an, Sie meinen Spa im amerikanischen Sinne – den Bereich, wo Behandlungen angeboten werden (Zusatzleistungen), im Gegensatz zum Wellness-Bereich (Saunen, Bäder, Ruheflächen, alle öffentlichen Bereiche die im HochschoberN-Paket inklusive sind). Für mich persönlich ist im Spa wichtig, rechtzeitig zum Termin zu erscheinen, sich auf die feine Behandlung und die Streicheleinheiten einzustimmen. Das überträgt sich auf die Stimmung im Spa, auf den Therapeuten und lässt zu, dass man sich auch auf die Berührungen und die Behandlung mit allen Sinnen einlassen kann. Im Wellness-Bereich finde ich es wichtig – ganz im Sinne der Respektes – rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Wenn man sich in gegenseitiger Rücksichtnahme im Hamam, in den Ruheräumen, im See-Bad, in der See-Sauna verhält, schafft dies Ruhe, Entspannung, positive Energie.

Welches Fettnäpfchen im Spa haben Sie schon erlebt?

Handys haben sowohl im Spa als auch im Wellness-Bereich nichts verloren – weder für Telefongespräche noch für das Verfassen von Nachrichten, Video-Botschaften usw. Wir drohen unseren Gästen mit Augenzwinkern an, Handys im See zu versenken und sprechen die Gäste auch direkt darauf an, wenn diese „Hausregel“ verletzt wird.

Ihr Tipp für jemanden, der zum ersten Mal zu einer Spa-Behandlung kommt und sich unsicher fühlt?

Am besten beim Buchen der Behandlung vorab nachfragen: In welcher Kleidung soll ich erscheinen? Wie läuft die Behandlung ab? Wie viele Minuten vorher soll ich dort sein (z. B. bei der Hamam-Waschung empfiehlt es sich 20 Minuten vorher auf dem Bauchstein zu ruhen, damit die Poren sich öffnen und optimal für die Waschung vorbereitet sind). „Ansprechen“ ist die Devise, wenn jemand sich unsicher fühlt. Das Vertrauen ist bei der Behandlung die Basis für eine optimale Wirkung, für Entspannung und Loslassen.

Hamam ist ein gutes Stichwort. Wie verhält man sich richtig im Hamam?

Der Hamam kann – wie eine Sauna – individuell genützt werden oder in Form einer Behandlung (Seifenschaum-Massage). Im Hamam ist man niemals nackt (man verhüllt sich mit einem Pestemal), aber auch nicht in Badekleidung (wäre unhygienisch). Wir bitten die Gäste die Badeschuhe gegen Holzpantinen zu tauschen. Danach geht es in die Umkleiden, wo das Pestemal liegt. Nächste Station ist die Reinigungsdusche – Duschen am besten mit der feinen Honig-Flüssigseife. Dann geht es auf den Bauchstein zum Aufwärmen. Anschließend warten unterschiedlich beduftete und temperierte Grotten, wo die Besucher des Hamams sich mit Wasser übergießen, den Dampf genießen oder sich mit einem Peeling-Handschuh (Kese) selbst ein Rubbel-Peeling machen. Die „Behandlungs-Variante“ (Waschung) läuft ähnlich ab – nur dass der Hamam-Meister (Telak) den Gast am Bauchstein abholt und eine meisterliche Seifenschaum-Massage mit Peeling, Kopfwäsche sowie kalten & warmen Güssen durchführt. Ein echtes Ritual der Reinigung!

Nackt auf den Massagetisch – ja oder nein?

Unsere Therapeuten sind angewiesen, den Gästen ein „Einweg-Höschen“ anzubieten. Parallel dazu wird die Intimzone und der Brustbereich bei Frauen immer mit einem Tuch abgedeckt. Wenn der Gast sich dreht oder erhebt, verdeckt der Therapeut die Augen, indem er dezent ein Handtuch vorhält. Beim Aus- und Anziehen verlässt der Therapeut den Raum, um die Privat – und Intimsphäre zu wahren.

Und wie verhält man sich stilvoll bei der Massage?

Idealerweise stellt der Therapeut alle Fragen, die zum Gelingen der Entspannung beitragen: Musik, Temperatur, Druck, Beschwerden usw. Ein erfahrener und sensibler Therapeut erkennt, ob der Gast plaudern möchte oder nicht. Tendenziell ist es besser, nicht zu sprechen, um die Gedanken aus dem Kopf und die Empfindung in den Körper zu bekommen. Der Gast braucht sich keinen Stil-Regeln zu beugen – sondern es ist Aufgabe des Therapeuten, die Situation in großer körperlicher Nähe für den Gast so angenehm und einfühlend wie möglich zu gestalten.

Wie findet man aus dem großen Angebot die richtige Anwendung für sich heraus?

Indem man einfach fragt, sich gut beraten lässt, Vorbehalte formuliert und alles ausspricht was nicht per se aus der Beschreibung der Behandlung hervorgeht. Möchte man von einer Frau oder einem Mann behandelt werden? Mag man Behandlungen mit viel Öl oder nicht (Ayurveda)? Legt man Wert auf eine kraftvolle Behandlung (z..B. Tuina) oder auf zarte Streicheleinheit (Ayurveda, Kräuteröl-Massage)? Mag man es, wenn einem der Kopf gewaschen wird (Hamam-Waschung)? Liegt man bei der Behandlung auf dem Rücken oder auf dem Bauch (manche Gäste bekommen davon Kopfschmerzen)? Möchte man im Raum eher Tageslicht haben, Kerzenlicht oder ganz dunkel?

Was zieht man am besten an?

Am besten erscheint man zur Behandlung im Bademantel – geduscht und ungeschminkt. Ohne Badebekleidung, also nackt. Schließlich bekommt man ja das Einweg-Höschen und wird abgedeckt bei der Behandlung.

Gibt es kulturelle Unterschiede beim Spa-Besuch?

Bei internationalen Gästen achten wir bei Behandlungen besonders auf die Wahrung der Intimsphäre.Beim Besuch des Wellness-Bereiches gibt es starke Mentalitätsunterschiede in der Auffassung wie weit „Nacktheit“ gehen darf…  Was in Deutschland, in Österreich und den skandinavischen Ländern Usus ist (nackt in der Sauna, nackt im Nacktbereich) geht in den anderen Ländern gar nicht (Italien, USA). Auch das Thema „Handy“ wird in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich gewichtet. Es soll schon Nationen gegeben haben, die in der Sauna gerne Handy-Gespräche führen.

Welche Rolle spielt Bio in Ihrem Spa? Haben Sie Regeln in Sachen Green-Etikette/Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit und Regionalität spielen in unserem Spa in Form der Linie „Balance Alpine“ eine Rolle. Das mehrfache Verwenden von Handtüchern wäre eine feine Sache im Sinne von ressourcenschonendem Umgang… Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir uns in einem Preis-Segment befinden, wo diese „Empfehlung“ nicht goutiert wird. So sind wir sehr großzügig damit, Gästen so viele Bade- und Saunatücher zur Verfügung zu stellen, wie sie für richtig halten.

Welche Trends gibt es im Spabereich?

Gemeinsam mit den Best Wellness Hotels machen wir laufend Vergleiche und arbeiten mit diesen Benchmarks. Nach wie vor sind die am stärksten gebuchten Massagen die „Klassiker“ – die Ganzkörper- und die Teilmassage. Gefolgt von Fußreflexzonen-Massage sowie Pediküre (auch für Männer mittlerweile ein MUSS). Wir im Hochschober sind stolz darauf, dass wir Spitzenreiter sind bei den „Spezial- und Themen-Behandlungen“ – das sind die Hamam-Waschung, die chinesische Tuina-Massag sowie bei den ayurvedischen Wellness-Behandlungen (nicht Ayurveda als Medizin). Bestens geschulte Therapeuten garantieren im Hochschober, dass alles „mit Hand und Fuß“ angeboten wird und kein „Wellness-Chi-Chi“.

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Tipps für den nächsten Wellness-Kurzurlaub

Wer jetzt die vielen Tipps für die Wellness- und Spa-Etikette gleich in die Praxis umsetzen möchte, erfährt mehr über die Möglichkeiten auf der Webseite vom Hochschober. In Sachen Wellness eine der Top-Adressen im Alpen-Adria-Raum. Noch mehr Informationen zu dem Thema gibt es auch auf

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