15 Fragen, 15 Antworten vom Cabrio-Reiseblog Gailtal on tour

Auf ihrem Cabrio-Reiseblog Gailtal on tour schreibt Anita Janesch am liebsten über Reisen und Ausflüge mit ihrem roten Cabrio in den Alpen-Adria Raum. Wie viel Zeit sie in ihre Beiträge investiert und warum sie sich von der Hetzerei nach Likes und Followern wieder distanziert hat, erzählt sie im Interview.

Interview mit der Kärntnerin Anita vom Cabrio-Reiseblog Gailtal on tour

Lesezeit ca. 15 min.

Anita Janesch vom Cabrio-Reiseblog Gailtal on tour
Anita Janesch bloggt auf Gailtal on tour. Foto: Privat.

Wie bist du auf die Idee gekommen auf Gailtal on tour zu bloggen?

Anita Janesch: Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Geografie, fremde Länder und Kulturen. Ich wollte mir schon immer die ganze Welt ansehen, kann dieser Leidenschaft aber erst nachgehen seit ich mein eigenes Geld verdiene. Seit jeher habe ich mich aber dafür interessiert, authentische Reiseberichte im Netz zu lesen. Irgendwie bin in dann früher oder später über Blogger gestolpert, die regelmäßig von ihren Reisen berichteten. Irgendwann wuchs dann auch der Wunsch, meine eigenen Urlaube in dieser Form – auf Gailtal on tour – festzuhalten, da ich auch immer viel um Tipps und Infos zu meinen Reisedestinationen gebeten wurde.

Wann hat der Blog gestartet und wie hat er sich entwickelt? Was sind  Schwerpunkte und Erfolge?

Ich habe zuerst viel probiert und einige Blogprojekte gestartet, diese dann aber alle wieder verworfen. Von einigen wenigen Reisen im Jahr kann man einen Blog auch nicht dauerhaft mit interessanten Inhalten befüllen. Ich feilte an einem Konzept und wollte den Menschen im deutschen Sprachraum auch die Schönheiten meiner Heimat zeigen. Wir leben ja wirklich dort, wo andere Urlaub machen.
So wurde die Idee von Gailtal on tour geboren: einer Gailtalerin, die gerne in Kärnten und in der ganzen Welt unterwegs ist. Diese Domain kaufte ich mir am 05.02.2015, das ist quasi mein „Bloggeburtstag“. Zuerst bloggte ich lange im Verborgenen, bis ich dann auch den Mut hatte, mir eine Facebook Fanseite zuzulegen und auch mit einem Instagram Account zu starten, und so an die Öffentlichkeit zu gehen. Erste Erfolge stellten sich erst ein, seit ich begonnen habe, mich auch mit anderen Bloggern zu vernetzen und mich auch mit der Technik des Blogs auseinanderzusetzen. Die Teilnahme an Blogger-Conventions hat mir dabei sehr geholfen.

Warum betreibst du den Blog? Wie viel Zeit investiert du darin?

Der Blog ist für mich eine ideale Möglichkeit, meiner Kreativität Raum geben zu können. Mein Blog gehört mir und ist mein Ding, hier kann ich schreiben was mir gefällt macht und hoffentlich auch viele weiteren Menschen interessiert. Ein Ziel war für mich jedoch immer, meine Seitenaufrufe zu steigern, was wirklich eine Knochenarbeit ist. Ich investiere daher neben meinem Vollzeitjob jede freie Minute in meinem Blog. Im Schnitt sind das in Summe sicher 25 bis 30 Stunden in der Woche.

Was zeichnet für dich einen richtig guten Blog aus?

Es gibt so viele Themen, Sparten und Nischen, die mittlerweile von Blogs abgedeckt werden. Wichtig finde ich es, dass Blogger authentisch bleiben und echte Tipps und Insiderinformationen weitergeben. Dabei sollte man als Leser auch immer spüren, ob der Blogger bei Produktplatzierungen auch selbst von dem überzeugt ist, von dem was er bewirbt.

Ich mag auch Blogs, die eine ganz persönliche Note haben und nicht den Einheitsbrei produzieren, den momentan viele veröffentlichen.

Was ist dein Beruf?

Nach 17 Jahren als Assistentin in der Baubranche und einem 3-jährigem berufsbegleitendem Studium der Wirtschaft bin ich endlich dort angekommen, was mir Spaß macht und gut liegt. Ich bin für das Marketing im Familienbetrieb meines Partners verantwortlich, einem Landtechnik-Fachbetrieb im Gailtal.

Wie sieht ein typischer Tag im Leben einer Bloggerin aus?

Als Bloggerin bin ich sozusagen nie offline. Ich arbeite an neuen Beiträgen, oder recherchiere worüber ich in Zukunft schreiben möchte. Ich beantworte Emails, bearbeite meine vielen Fotos oder pflege meine Social Media Kanäle. Wenn dann noch Zeit bleibt, überarbeite ich vielfach ältere Beiträge auf meinem Blog oder bastle im Hintergrund an technischen Verbesserungen meines Blogs oder des Designs.

Verdienst du mit deinem Blog auch Geld? Wenn ja, in welcher Form?

Seit Anfang 2017 habe ich für meinen Blog auch das Gewerbe angemeldet, nachdem ich im Herbst zuvor vermehrt Anfragen für entgeltliche Kooperationen erhalten hatte. Ich verdiene hauptsächlich mit sogenannten Sponsored Posts Geld. Das bedeutet, dass ich gegen Bezahlung über Produkte, Hotels oder Reiseziele berichte. Diese Posts biete ich im Paket mit Fotos auf Instagram, Instagram Stories und der Verbreitung auf diversen Social Media Kanälen an. Ich hoffe, in Zukunft auch noch über Affiliate Links ein wenig verdienen zu können. Das sind Links zu Produkten oder Hotels, über die man dann eine kleine Provision erhält.

Ist ein Blog attraktiv als Einnahmequelle?

Attraktiv werden die Einnahmen erst, wenn man auch viele Zugriffe und Seitenaufrufe auf dem Blog hat. Das kann bis zu zwei Jahre dauern, bis es soweit ist, da es auch immer mehr Blogger, Vlogger und Influencer gibt. Ich verdiene momentan nur ein Taschengeld mit meinem Blog, von dem ich nicht alleine leben könnte.

Worüber schreibst du am liebsten auf dem Cabrio-Reiseblog Gailtal on tour?

Über meine Reisen natürlich und über meine Ausflüge im Alpen-Adria Raum mit meinem roten Cabrio.

Dein schrägstes Blogerlebnis?

Schräg finde ich es jedes Mal, wenn Firmen oder Tourismusregionen Leistungen von Bloggern haben möchten, nicht aber dafür bereit sind, Geld dafür zu bezahlen. Das erlebe ich leider regelmäßig. Man geht ja auch nicht zum Frisör und geht davon aus, dass es den Haarschnitt gratis gibt, oder?

Woher nimmst du neue Ideen für Postings und Beiträge?

Es gibt in der eigenen Heimat so viel zu entdecken und zu erleben, da gehen mir die Ideen momentan echt nicht aus. Inspiration hole ich mir aus Zeitschriften, von schönen Fotos auf Instagram und auf der Bildersuchmaschine Pinterest. Auf Reisen überlege ich mir schon im Vorfeld, wie viele Beiträge ich zum jeweiligen Urlaub machen könnte und fotografiere dementsprechend auch schon in diese Richtung, damit ich vorwiegend eigene Fotos auf dem Blog verwenden kann. Natürlich inspirieren mich auch andere Blogger, die zum Beispiel zu Blogparaden zu diversen Themen aufrufen.

Wie nutzt du andere Social Media Kanäle?

Ich teile zu meinem Blog passende Inhalte oder Tipps von anderen auf meinen Social Media Kanälen.

Welche Social Media Kanäle sind für dich bedeutsam?

Facebook und Instagram sind für mich die wichtigsten Kanäle. Auf Facebook erreiche ich meine Stammleser und via Instagram sind die Stories momentan eine gute Möglichkeit, wo ich meine „Fans“ mitnehmen kann wenn ich unterwegs bin.

Wie oft postest du da etwas?

Ich poste oft täglich, oft aber auch nur 1 oder 2 mal in der Woche auf Instagram. Aber hier ist es wichtig, nicht nur Fotos einzustellen, sondern auch ein paar persönliche Worte und passende Hashtags dazuzuschreiben. Und auf Fragen und Kommentare zu antworten und auch bei anderen Usern zu kommentieren. Auf Facebook teile ich vorwiegend meine Blogbeiträge und auf Reisen dokumentiere ich auch den Reiseverlauf gerne mit Fotos auf Facebook.

Wie wichtig sind für dich Reichweite, Likes und Follower für deinen Cabrio-Reiseblog Gailtal on tour?

Was für mich wichtig ist und zählt sind meine Seitenaufrufe und meine Besucher auf dem Blog. Das zeigt mir, wie interessant meine Beiträge sind bzw. welche Beiträge bei den Lesern gut ankommen.

Von der Hetzerei nach Likes und Followern habe ich mich schon wieder distanziert, das sagt überhaupt nichts über die Qualität oder den Erfolg eines Blogs aus. Ein absolutes No-Go für mich sind gekaufte Follower.

Welche Trends sieht du im Onlinebereich? Was wird aus deiner Sicht in Zukunft stärker ein Thema werden?

Trends kommen und gehen. Gerade im Onlinebereich gibt es wöchentlich Änderungen. Fakt ist, dass Social Media im Grunde genommen nicht mehr kostenlos ist. Wer seine Kunden, Fans oder Follower erreichen möchte muss dafür zahlen. Firmen müssen Facebook oder Google Ads unbedingt im Budget einplanen. Außerdem sollten sich Unternehmen darauf konzentrieren, die Engagement Rate zu erhöhen und guten Inhalt auf Ihren Sozialen Medien online zu stellen, mit der sie die Ziegruppe bei Laune halten, damit diese auch interagiert. Wichtiger wird es dabei werden, sich auf eine Plattform zu fokussieren und diese zu stärken. Um aber nicht den ständigen Algorithmus Änderungen von Sozialen Medien ausgeliefert zu sein sollten sich Firmen auch wieder vermehrt dem E-Mail Marketing widmen und sich nach Alternativen umsehen. Whats App wird hier in Zukunft an Attraktivität zunehmen. Der Trend geht weiterhin zu Videos und Live-Streams. Firmen müssen auch den Mut haben, einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren.

Deine ultimativen Tipps für alle, die selbst mit einem Blog starten wollen?

Ein Blog – egal ob es ein persönlicher oder ein Firmenblog ist – braucht Zeit, um sich zu entwickeln und zu wachsen. Wer nicht viel Zeit dafür aufbringen kann oder will sollte davon absehen, einen Blog zu starten. Tipps von meiner Seite sind: Auf einem Blog sollte es regelmäßig neue Beiträge geben, Ausdauer und ein gutes Zeitmanagement sind hier gefragt. Eine Zielgruppe muss festgelegt werden, für die der Inhalt des Blogs bestimmt ist. Nur gute und hochwertige Inhalte zu erstellen, die zur Zielgruppe passen. Qualität vor Quantität ist hier die goldene Regel. Als Inhaber eines Blogs muss man mit SEO (Suchmaschinenoptimierung) beschäftigen. Wer einen Blog starten will, der muss sich auch ein wenig mit der Technik befassen und ein gewisses Verständnis oder zumindest eine Affinität dafür aufbringen.

Social Media ist eine gute Möglichkeit, um Einblicke in den Arbeitsalltag geben zu können, oder um sein Produkt oder seine Dienstleistung zu präsentieren.

Dabei ist es wichtig:authentisch zu sein

  • nicht aufdringlich zu sein (gerade bei Produktplatzierungen)
  • sich eine Community aufzubauen und mit dieser auch zu kommunizieren
  • auch ein Budget für Social Media Aktivitäten einzuplanen
  • seine Hemmschwelle zu überwinden und auch bereit dazu zu sein, auch mal sein Gesicht zu zeigen oder in einem Video zu sprechen.

 

15 Fragen, 15 Kärntner Blogger antworten – mehr über das große Interview-Special und viele weitere Tipps findest du hier.

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