Dobratsch: Erfolgreich mit sanftem Tourismus

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Wandel vom Schiberg hin zum Naturpark ohne Lift: Am Dobratsch, dem Hausberg der Villacher, profitieren Betriebe von Alpenstraße und Naturpark.

 

Ausflüge mit den Eltern oder mit Freunden spielen in der Schütt – viele Villacher verbinden ihre Kindheitserinnerungen mit dem Dobratsch (Kärnten). Doch auch wirtschaftlich ist der Berg eng mit der Region verbunden. Vor allem durch den Bau der Villacher Alpenstraße, die heuer ihr 50jähriges Jubiläum feiert, kam der Tourismus am Dobratsch so richtig in Schwung. Gastronomie- und Freizeitangebote entwickelten sich entlang der Straße. Auch beim Bau der Villacher Alpenstraße kamen vor allem heimische Betriebe zum Zug. Die Planungsarbeiten übernahm zum Beispiel die Firma Isola & Lerchbaumer aus Spittal an der Drau, der Vergabevertrag wurde an die „Arbeitsgemeinschaft Alpenstraße Villach“ vergeben, in der sich die Firmen Isola & Lerchbaumer, Soravia, Teich & Co, Hitz & Co. und Universale zusammenschlossen. Aufgrund des lockeren Wettersteinkalk konnten oft keine Maschinen eingesetzt werden, der Fels musste per Hand angebohrt und gesprengt werden. Hunderte Arbeiter waren im Einsatz. Innerhalb von drei Jahren war die Straße fertig. 50 Jahre später zählt die Villacher Alpenstraße zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Region und freut sich über zahlreiche Auszeichnungen. Nur noch ansatzweise sind die ehemaligen Schipisten zu erkennen.

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In den 1990er Jahren war der Dobratsch noch ein Schigebiet mit fünf Schleppliften und einen Sessellift. Aufgrund der schneearmen Winter nahm die Zahl der beförderten Personen immer mehr ab. Deshalb sollten künstliche Beschneiungsanlagen gebaut werden. Aufgrund der Auflagen des Natur- und Trinkwasserschutzes war das jedoch nicht möglich und es wurden Alternativen gesucht. Schließlich wurden die Lifte zurückgebaut und 2002 der Dobratsch zum ersten Naturpark in Kärnten ernannt.

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Sanfter Wintersport statt Massenschilauf
Ganz aufgegeben wurde der Wintersport am Dobratsch aber nie. In der kalten Jahreszeit tummeln sich immer mehr Schitourengeher, Rodler, Langläufer oder Schneeschuhwanderer rund um den Gipfel. Am Fuße des Berges wird auf vier Sprungschanzen trainiert und Fans von nordischen Sportarten kommen in der modernen Alpenarena auf ihre Kosten. Im Sommer wird am Berg gewandert, entlang der Gail Kanu gefahren oder mit dem Ranger die Natur erkundet.

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Der Dobratsch ist nicht nur für die Menschen ein Hotspot, sondern auch für die Tiere. In den letzten beiden Augustwochen ziehen bis zu 6.000 Greifvögel rund um den Dobratsch ihre Kreise. Diese können vom modernen Skywalk aus beobachtet werden. Die Kids toben sich derweil am Erlebnisspielplatz aus. Eine weitere Attraktion ist der Alpengarten mit rund 1000 Pflanzenarten. Die Alpenstraße zählt alleine in den Sommermonaten rund 130.000 Besucher. Die Frequenz soll ausgebaut werden – allerdings auf sanfte Art und Weise.

Tipp zum Weiterlesen: Wer den Originalbeitrag lesen und erfahren möchte, was einheimische Unternehmer über den Dobratsch denken, liest die Kärntner Wirtschaft.

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Fotos: Anita Arneitz & Matthias Eichinger

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