Momente in Medulin: Ein Strand für mich allein

 

Was passiert, wenn man eine halbe Stunde vollkommen alleine auf einem Stein in der Bucht in Medulin sitzt und aufs Meer starrt? Ein Selbstversuch als Wellenfotojunkie.

Strand Medulin, www.anitaaufreisen.at

Strandmomente in Medulin

Wenn man von der eigenen Haustür bis nach Medulin an den Strand nur knappe dreieinhalb Stunden mit dem Auto braucht, bleibt einem ein Stündchen Zeit für das süße Nichtstun. Kaum wird der Koffer im Zimmer abgestellt, zieht es mich magnetisch zum Meer. Schon als Kind liebte ich das Fangen spielen mit den Wellen, das Salz auf den Lippen und die stetige Bewegung des Wassers.

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Eine eigene Bucht in Medulin

Jetzt sehe ich mich um – kein Mensch weit und breit. Der Weg entlang der Küste ist Ende April noch wie leer gefegt. Nur ab und zu schlendert ein Zweibeiner mit einem Vierbeiner vorbei, andere suchen sich wie ich ein einsames Plätzchen in „ihrer eigenen“ Bucht. Von denen gibt es hier viele. Genauso wie die Inseln, die zu sechst oder zu siebent schützend ums Land drapiert sind, zwischen denen ein altes Fischerboot umher brummt.

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Bester Platz am Strand von Medulin

Ich habe mein Plätzchen gefunden. Statt über bunte Badetücher steige ich über angespültes Gras und kratzle über Steine, die in der Sonne gelb-gräulich schimmern wie Marmor. Der Wind streicht mir praktischerweise die Haare aus dem Gesicht, damit ich freie Sicht habe. Ich bewege mich bewusst nicht weg, sondern bleibe einfach sitzen, lasse die Bürokramgedanken von dannen ziehen und schalte in den Slow-Fotografie-Modus. Gedankendiät sozusagen.

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Es dauert nicht lange und schon nehme ich jedes kleinste Detail wahr: Die Steine formieren sich zu spektakulären Figuren und Mustern, dazwischen liegen kleine Muscheln. Das Meer klatscht rhythmisch gegen den Felsen und hinterlässt majestätische Schaumkrönchen.

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Zeit zum Schreiben – meditative Gedanken am Meer

Ein Kitesurfer kämpft mit seinem roten Segel gegen den Wind, während die Vögel noch rasch etwas Treibgut für den Nestbau stibitzen. In die Nase steigt nicht der fettige Geruch von 300 verschiedenen Sonnencremesorten, sondern eine feine Prise Salz. Die Sonnenstrahlen kämpfen sich durch die Wolken und das Wasser wechselt die Farbe von golden-transparent in erfrischend-marineblau.

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Immer mehr Meer

Ich mutiere zum Wellen-Foto-Junkie. Wie eine Verrückte knipse ich eine Welle nach der anderen und finde jedes Foto toll. Viel zu schade zum löschen. Parallel dazu überlege ich, wenn ich meine Meerfotos zuhause zeigen könnte. Wahrscheinlich haben meine Lieben nach dem dritten Foto bereits genug gesehen.

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Wellen, Meer, Strand, Steine. Vielleicht sollte ich etwas darüber schreiben? Über das Glücksgefühl eine Welle mit der Linse einzufangen, darüber wie schnell man am Meer zum Wasserspanner, Steinsammler, Sonnenuntergangsehnsuchtsblicker, Möwenstalker, Muscheljäger, Zeitverdränger, Fantasiegeschichtenerfinder, Naturbewunderer, Musengeküsster, Bojenbalanceierer, Ideennetzgeher – und Wellenfotojunkie wird.

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Fotos: Anita Arneitz

Medulin Strand, www.anitaufreisen.at

Die Reise wurde unterstützt von ART/www.istra.com .

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