Reiseblog schreiben: Ein Blick hinter die Kulissen

Reiseblog schreiben bedeutet viel Arbeit und nur wenige Blogger können wirklich davon leben. Trotz allem macht es unheimlich viel Spaß. Wie alles begann.

Wie hat das mit dem Reiseblog begonnen?

2007. In diesem Jahr habe ich nach sieben Jahren als Angestellte in einer Redaktion den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. In meinen ersten Blogbeiträgen auf www.anitaarneitz.at habe ich über Medienarbeit und übers Schreiben geschrieben. Ab da ging es auch mit den Reisen intensiver los. Wir, also mein Partner und ich, sind schon immer gerne in der Welt herumgedüst, aber in den vergangenen zehn Jahren hat sich das verdreifacht.

Kleine Reiseblog -Chronologie

Ich begann über den Alpen-Adria-Raum zu bloggen und über den Rest der Welt. Ab 2012 überwiegten die Reisethemen. Der Reiseblog bekam ein neues Aussehen, der Bereich übers Schreiben rückte in den Hintergrund. 2015 lagerte ich den Reiseblog auf eine eigene Domain aus und der nächste Relaunch folgte. Fotogalerie, Videos, Social Media Wall, Instagram und Co. Seit dem wächst der Reiseblog – und ich mit ihm. Die Ideen gehen nicht aus. Nur der Tag hat noch zu wenig Stunden.

Was mich antreibt einen Reiseblog zu schreiben?

Es macht Freude. Und ich habe eine Vision. Wenn ich alt bin, habe ich nicht mehr vor zu reisen. Dann will ich in meinen Garten sitzen und erfüllt auf meine Landkarte blicken. Um die ganze Welt zu sehen, ist ein Leben zu kurz. Doch ausgewählte Höhepunkte in ein paar Jahrzehnten schon aus. Auf diese Höhepunkte werde ich dann zurück schauen und mich an meinen Erinnerungen erfreuen. Vielleicht besame ich Botschaften zu Bekannten quer über den Globus – und werde stolz darauf sein, immer im Moment gelebt zu haben.

Wie Reisen finanzieren?

Einen großen Teil meiner Reisen bezahle ich aus meiner eigenen Tasche. Das Geld dazu verdiene ich mit redaktionellen Dienstleistungen auf freier Basis. Oder anders: Ich bin eine bloggende Journalistin und hoffnungslose Schreibnerdine, die auch zu spannenden Buchprojekten nicht Nein sagen kann und ein paar Mal im Jahr bei kreativen Schreibworkshops andere auch zum Schreiben anstiftet. Langweilig wird es also nicht. Und wenn man es ganz genau nimmt, arbeite ich sieben Tage die Woche. Aber es fühlt sich anders an, wenn man dabei seine eigene Chefin sein kann. Ich bin das seit über zehn Jahren und bereue keine Sekunde davon.

Klar, ist die Selbstständigkeit nicht immer leicht. Doch sie schenkt einem viel Freiheit und was ich besonders schätze, ich brauche niemanden zu fragen, wenn ich ein Projekt starten möchte oder ich ad hoc wieder mal eine neue Idee umsetzen will. Ich tu es einfach. Genauso wie in diesem Reiseblog. Ich tu es einfach. Genauso wie bei einen Reisen. Hier schließt sich der Kreis wieder bei den Finanzen. Auf einige Reisen entsenden mich Redaktionen, um eine Story zu recherchieren. Andere sind bezahlte Pressereise oder Kooperationen. Reisen ist also mein Job. Aber kein Urlaub.

Über den Unterschied von Reisen und Urlaub

Urlaub ist etwas komplett anderes. Da bin ich nicht auf der Jagd nach spannenden Storys, scanne die Gegend nach Gesprächspartnern ab oder hetze von Termin zu Termin. Urlaub ist für mich abtauchen. Von niemanden ein Foto machen, über keinen etwas schreiben. Urlaub ist zuhause ein Buch lesen, während die Katze ins Ohr schnurrt. Urlaub ist mit dem Berner-Sennenhund-Welpen Rambo über Baumwurzeln im Wald stolpern. Papiersterne basteln. Sissi und Dirty Dancing schauen.

Eine Woche All-inklusive-Club, Sonnenbraten in Lignano oder Backpacking in Asien ist nichts für mich. Wenn ich unterwegs bin, will etwas sehen, hören und erleben. Urlaub hingegen ist Nichts tun. Urlaub ist Zeit mit meiner großen Liebe, meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Zugegeben. Urlaub kam heuer etwas zu kurz. In Summe waren es knappe 14 Tage. Übrigens, schreibe ich diesen Text an einem dieser Urlaubstage. Ihr seht, ich kann das Schreiben nicht lassen. Es macht einfach viel zu viel Spaß. Deshalb wünsche ich Euch für 2017 schöne Momente beim Reiseblog schreiben, wo auch immer.

Das Wichtigste diesmal zum Schluss – so wird´s mit dem Reiseblog schreiben ein Erfolg

Vergesst alle Patentrezepte rund um Reiseblogs. Jeder muss für sich selbst einen eigenen Weg finden – das gilt für Schreiben genauso wie für das Finanzieren des eigenen Reisenblogs. Erfolg wird aber nur derjenige haben, der mit einer großen Portion Leidenschaft und Durchhaltevermögen an die Sache ran geht.

Reiseblog schreiben, Anita Arneitz, Foto Matthias Eichinger

Mach deinen Traum wahr und gehe deinen eigenen Weg. Nur dieser wird dich aus- und erfüllen.

 

Wenn du mehr über das Schreiben über ferne Länder wissen willst oder es dich interessiert, welche Gedanken ich mir noch übers Reiseblog schreiben gemacht mache, findest du sicher noch genug Lesestoff. Es gibt in Österreich viele gute und engagierte Reiseblogger, die du gesammelt im Netzwerk Reiseblogger Österreich entdecken kannst und was bei einem Reisebloggertreffen passiert, erfährst du hier.

Fotos: Matthias Eichinger

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