Vergessene Schönheit: Schloss Pöckstein bei Straßburg

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Exotische Malereien von Franz Wagner und so manches Freimaurer-Geheimnis verstecken sich hinter den unscheinbaren Mauern von Schloss Pöckstein bei Straßburg. Nur langsam erwacht es aus einem langen Dornröschenschlaf.

Schloss Pöckstein in Kärnten, www.anitaaufreisen.at

Zauberhafter „lost place“

Das Schloss Pöckstein bei Straßburg in Kärnten

 

Der französische Garten mit Springbrunnen, Pavillon und Kegelbahn wirkt noch recht verwildert. Die weiße Farbe blättert von der Fassade ab und grünen Fensterläden sind vergilbt. Der bedeutendste klassizistische Bau in Kärnten – das Schloss Pöckstein – hat schon bessere Tage gesehen.

Geschichte von Schloss Pöckstein bei Straßburg

Erbaut als fürstbischöfliche Residenz in den Jahren 1778 bis 1782 sollte es genauso luxuriös sein wie Schönbrunn. Kaiser Franz Josef machte sich selbst ein Bild davon und übernachtete in Pöckstein. Allerdings währte die prunkvolle Zeit im Schloss nicht allzu lange: 1787 wurde der Bischofssitz in die Landeshauptstadt verlegt. Das Anwesen geriet in Vergessenheit und verfiel langsam.

Erst 2007 kam es durch einige Turbulenzen rund um den Verkauf wieder in die Schlagzeilen und damit ins Bewusstsein von der Bevölkerung. Nach langem Hickhack gehört das Schloss nun Irmgard und Thomas Telsnig, die es erstmals für Führungen, Hochzeiten und Veranstaltungen öffneten. Per Hand schleppten sie viele Scheibtruhen Schutt aus den alten Gemäuern, sicherten einsturzgefährdete Kamine und durchforsteten Archive nach alten Bauplänen.

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Wir wollen nichts verändern, nur alles erhalten“, sagt Telsnig. Dazu zählen die außergewöhnlichen Wandmalereien.

Märchenhafte Malereien von Franz Wagner

Der Maler Franz Wagner verwirklichte im Tafel- und Speisesaal seine Vorstellung von einer exotischen Küstenlandschaft nach Sonnenaufgang – und das auf 300 Quadratmetern Fläche. Damit schuf er eines der größten und schönsten Wandgemälde des Landes. Äffchen, Pfaue und Schmetterlinge – Wagner malte die Tiere nach Schwarz-Weiß-Vorlagen und wählte die Farben rein intuitiv aus. Anders war das bei den Pflanzen und Blumen. Diese sind sehr realistisch und spielen im gesamten Schloss eine große Rolle. Allein im Kaiser- oder Gesellschaftsraum finden sich 60 verschiedene Blumen wie die Passionsblume Maracuja oder die Blutblume.

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Ein Schloss voller Geheimnisse

Pöckstein steckt voller unentdeckter Geheimnisse – von Freimaurerzeichen bis hin zum Privatschlauch, einem geheimen Gang ins Freie, der nach 200 Jahren wieder gefunden wurde. Besichtigung und Veranstaltungen nach Anmeldung.

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Dieser Tipp stammt aus dem Buch „Kärnten ganz gemütlich“.

 

Fotos: Anita Arneitz – mit freundlicher Genehmigung von Familie Telsnig.

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