Sloweniens Dörfer: 8 zauberhafte Gegenpole zur Großstadt

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Von den Julischen Alpen bis zu den Karawanken, vom Mittelalter bis zu den traumhaften Olivenhainen: Sloweniens Dörfer sind historische Kleinode in malerischer Umgebung. Acht Tipps für einen Ausflug aufs Land.

Sloweniens Dörfer Tipp 1: Olimje – das süße Herz des Landes

Die einen kennen Olimje durch seinen Wasserpark, andere verbinden die Ortschaft mit Wellnesshotels. Die wahre Schönheit zeigt das Dorf jedoch mit seiner süßen Seite. Mit der Čokoladnica Olimje ist nämlich eine der berühmtesten Schokoladenmanufakturen des Landes dort ansässig. Von Weitem strömt der betörende Schokoladenduft und empfängt dabei die Besucher mit allerhand Leckereien. Pralinen, essbare Täfelchen und Dragees, sogar handgefertigte Figuren aus dem schmeckenden Gaumenschmeichler gibt es zu verkosten. Ein Genuss!

Spannend: Die Urahnen des Familienbetriebes verzauberten vor dem Ersten Weltkrieg schon die Wiener. Noch heute ist der Hersteller daher beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen. Nicht zufällig also, dass Einheimische die Umgebung als das „süße Herz des Landes“ beschreiben.

Dorftipp 2: Wildromantisches Bovec

Pure Wildromantik, wie aus einer fantasievollen Geschichte gefallen. Das malerische Örtchen Bovec präsentiert geschickt seine Reize, hat es doch einen atemberaubenden Begleiter mit im Gepäck, das Soca-Tal. Das Gebiet ist unter Abenteurern als perfekter Ausgangspunkt für Outdooraktivitäten bekannt. Rafting, Kajak und natürliche Felsenpools, die zum Baden einladen.

Auf keinen Fall verpasst werden darf der Virje Wasserfall, der Besucher direkt nach „Mittelerde“ bringt. Magisch! Auf die Spuren von Historie kann sich hingegen in den Ruinen von Fort Herman begeben werden, dass dem Ersten Weltkrieg ein spürbares Symbol verleiht. Kulturinteressierte halten Ausschau nach der „Flitscher Klause“, die regelmäßig Platz für Freilichtaufführungen und Konzerte gibt.

3. Mittelalterliches Radovljica

Wer in die Zeit zurückreisen möchte, macht sich fernab der Großstädte auf die Suche nach dem geheimnisvollen Radovljica, das Geschichte wahrscheinlich erlebbarer macht als anderswo. Prunkstück ist hier nichts geringeres als der mittelalterliche Stadtkern, der mit seinen Häusern aus dem 14. bis 16. Jahrhundert noch zur Gänze erhalten ist. In stilleren Momenten kann man sie noch hören, die Hufen der Pferde und Marktschreier von damals, davon sind die Bewohner überzeugt.

Zentrum ist der eindrucksvolle Linhart-Platz, der die Bühne für das bekannte Šivec-Haus in Szene setzt. Fassaden mit aufwendiger Malerei und barocken Stuck-Verzierungen lassen die Gemüter höherschlagen. Übrigens: In Radovljica liegt auch der einzige erhaltene Stadtwehrgraben des Landes!

4. Škofja Loka: Kleinod in den slowenischen Alpen

Die Natur hat es gut gemeint mit Škofja Loka. Mitten in den Bergen und im Schnittpunkt zweier alpiner Wasser. Die Flüsse Selca Sora und Poljane Sora haben sich die 12.000 Einwohner Ortschaft ausgewählt, um ineinander zu verschmelzen. Sie sind überspannt mit steinernen Brücken und begleitet von Mauern längst vergangener Epochen.

Erkunder erwartet ein terrassenförmiger Anstieg, an dessen Spitze die majestätische Burg Loka auf einem gewaltigen Felsplateau thront. Erker, Wandmalereien und Renaissance-Elemente sind auch hier zu finden. Bekannt ist Škofja Loka vor allem für seine Passionsspiele in den Kopfsteinpflastergassen, die immer zu Ostern stattfinden. Bis heute zählen die Spiele zu den ältesten slowenischen Stücken.

5. Olivenreiches Padna

Herrlich ist der Blick über die Olivenhaine und weiter bis in das Dragonja-Tal. Kaum eine andere Landschaft vereint die Tugenden des „slowenischen Istriens“ wie das Umland von Padna. Üppige Maulbeerbäume spenden Schatten und laden zur Verkostung von Produkten mit hundertjähriger Tradition. Zwischen den Steinhäusern wird jedes Jahr Ende April, Anfang Mai das Festival des Öls und des Mangolds gefeiert. Generationen und Familienrezepte sind dabei Ehrensache. Ein Muss für alle Liebhaber des guten Geschmacks.

Kenner wissen, dass auch Božidar Jakac seine Kindheit hier verbracht hat. Einem der bekanntesten slowenischen Maler des 20. Jahrhunderts wurde die Inspiration im wahrsten Sinne in die Wiege gelegt. Werke können in der ehemaligen Schule bewundert werden.

6. Slovenj Gradec: Sloweniens Dorf am Rand der Karawanken

Inmitten des zentralen Platzes ragt sie empor, die Kirche Sv. Elizabeta aus dem Jahr 1251. Am Rand der Karawanken lässt sich ein ganz besonderes Fleckchen Erde finden, das trotz der Kür zum schönsten Ortskern Sloweniens nach wie vor ein Geheimtipp ist. In Slovenj Gradec ist Stein, Felsen und eine stürmische Geschichte allgegenwärtig und Pulsgeber für das Leben. So sind Teile der Stadtmauer nach wie vor sichtbar und die Umgebung zeigt mit einer Mischung aus Wald und Gipfeln intensive Präsenz. Sowohl Wanderer als auch Sammler von Fragmenten aus der Vergangenheit finden jede Menge Erlebnisse für das Gedankengepäck.

Tipp: Ein Ausflug in das Pohorje Gebirge oder dem Uršlja gora Berg ist beinahe schon Pflicht. Musiker halten die Ohren nach Melodien von Hugo Wolf offen, einem berühmten Komponisten und Stadtbürger.

7. Pilštanj: Kultureller Knotenpunkt

Alle die Kultur vollends genießen möchten, machen einen Abstecher nach Pilštanj, eines der ältesten Dörfer in Ostslowenien. Die Gassen sind voll mit Zeitzeugen aus den Jahrhunderten und öffnen die Tore zu einem Blick zurück. Etwa der Sramotilni Steber, einem Pranger, der auf einem Hügel steht. Weiter geht es mit der Schäferallmende, dem berühmten Pilštanj Hartriegel oder der Steinerne Solitär Ajdovska žena.

Bewahrt werden auch Legenden, die in Erzählungen weiter getragen werden. So soll hier mit der heiligen Hemma die erste slowenische Missionarin geboren sein. Wer jetzt an den Hemma Pilgerweg denkt, der liegt goldrichtig. Dieser führt durch die Ortschaft und verbindet Österreich mit Slowenien. Ein kultureller Knotenpunkt über Grenzen hinweg.

8. Hirtendorf Velika Planina

Es sind diese Momente, an denen man im Gras liegt und den Kuhglocken entspannt lauschen kann. Die Augen wandern entlang der Bergketten und die Luft wird fühlbar an die Nase getragen. Es gibt nicht mehr viele Orte wie die Hirtensiedlung Velika Planina.

Velika Planina
Velika Planina

Inmitten der Steiner Alpen liegt die Alm, die Besucher mit einer Seilbahn erreichen. Die markanten Häuser mit den typischen Fichtenschindeln fügen sich nahtlos in die Landschaft, in deren Mittelpunkt die Kapelle „Maria-Schnee“ ein spirituelles Zeichen setzt. Geher kehren in die Gaststätte Zeleni rob ein und probieren den Trnič Käse. Unbedingt auch die Štruklji verkosten, eine Spezialität des Landes!

Mit viel Glück bekommen Abenteurer auf der Hochebene auch Hirten in deren traditionellen Gewand zu Gesicht: Hut, Spazierstock und einen aus getrockneten Maisblättern bestehenden Umhang zum Schutz vor den Winden.

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Text: Wolfgang Hoi, Fotos: Anita Arneitz

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