Über den Arlberg ins Brandnertal, inkl. Mini-Sprachkurs

Serpentinen, malerische Berglandschaft, Blick ins Unendliche. Der Strecke auf den Arlberg in Österreich ist ein Paradies für Biker und Cruiser. Eine Überquerung lohnt sich von beiden Seiten. Es erstrecken sich Landstriche der besonderen Art. Aus dem Osten kommend, ist das Brandnertal dabei ein Muss, nicht nur für Naturliebhaber. Ein Beitrag von Gastautor Wolfgang Hoi.

Roadtrip Vorarlberg

Kaum eine Route vermag Naturverbundenheit, Bergrespekt und Harmonie so elegant zu verbinden wie die Wegstrecke über den Arlberg ins beschauliche Brandnertal. Alternativ ist auch die Fahrt durch den längsten Straßentunnel Österreichs möglich, den knapp 14 Kilometer langen Arlbergtunnel, der Tirol und Vorarlberg auf direktem Weg verbindet. Liebhaber von Kurven und Passstraßen nehmen aber die Serpentinen in Angriff, die sich vorbei an kleinen Ortschaften hinauf bis an die Spitze schlängeln. Begleitet von zahlreichen Hotels, die einmal mit mehr, einmal mit weniger Charme auf dem Weg liegen. Häuser in Lech, St. Anton oder Zug erfreuen sich dabei vor allem in den Wintermonaten über große Beliebtheit.

Arlberg, Vorarlberg, Foto Wolfgang Hoi, www.anitaaufreisen.at
Auf 1800 m Seehöhe ist die Überquerung geschafft.

Der Arlbergtunnel ist die einzige wintersichere Ost-West-Verbindung zwischen Tirol und Vorarlberg im Hauptstraßennetz.“

Arlberg, Vorarlberg, Foto Wolfgang Hoi, www.anitaaufreisen.at
Darf es ein Souvenir sein?

Arlberg: Eldorado für Biker & Cruiser

Reiselustige, für die auch schon der Weg das Ziel ist, sind auf den facettenreichen Höhenkilometern gut aufgehoben. Motorradfahrer kommen ebenso auf ihre Kosten wie auch Fahrer von Cabrios oder Pedalritter. Vorausgesetzt, es ist Schönwetter. Ab und an kommt es auch vor, dass etwas langsamere Busse auftauchen, das dem Genießen jedoch keinen Abbruch verschafft. Eines haben sie nämlich alle gemein: Ganz ohne Hektik und Eile lautet die Devise beim Erklimmen des Passes. Die Drehungen mit jedem Teil des Körpers zu spüren stehen im Vordergrund. Die Fahrt wird so etwas ganz Besonderes. Auf knapp 1800 Metern lässt es sich dann auch übernachten oder Rast machen, für alle die nicht gleich weiter möchten. Gegenüber der Adler, der auch im Winter als Symbol der Erhabenheit und Stärke steht, wenn sich rund um und auf dem Berg zahlreiche Schneeenthusiasten tummeln. Die Passhöhe selbst liegt dabei noch vollständig im Tiroler Landschaftsgebiet.

Arlberg, Vorarlberg, Foto Wolfgang Hoi, www.anitaaufreisen.at
In Form einer Skulptur ist der Adler auch beim Rasthaus präsent.
Arlberg, Vorarlberg, Foto Wolfgang Hoi, www.anitaaufreisen.at
Die umliegenden Gebirgszüge offenbaren eine schroffe Schönheit.

Vom Berg hinab geht die Fahrt Richtung Bludenz auf der Arlbergschnellstraße S16. Doch nicht ohne einen kurzen Halt in der Ortschaft Stuben zu machen, die am Fuß verweilt und zu einem kleinen Rundgang einlädt. Ganz speziell ist auch der Überblick, den Bergkundige erhalten. Durchatmen und sich umsehen, diesen Moment einfach auf sich wirken lassen. Durch das Massiv werden nämlich Klostertal und Stanzertal miteinander verbunden und eine Grenze zum Verwall, Lechquellengebirge und den Lechtaler Alpen gebildet. Ein Gebiet, das somit auch die höchsten Ansprüche von Alpinisten erfüllt und die eine oder andere Raffinesse für „Erkunder“ aufweist.

Dem Arlberg verdankt auch Vorarlberg seinen Namen. Es liegt vor dem Arlberg.“

Arlberg, Vorarlberg, Foto Wolfgang Hoi, www.anitaaufreisen.at
Ein Blick zurück auf Stuben, am Fuße des Arlbergs
Arlberg, Vorarlberg, Foto Wolfgang Hoi, www.anitaaufreisen.at
Kehre für Kehre nach oben.

 

Vor den Toren von Bludenz

In unmittelbarer Nähe der Alpenstadt Bludenz erstreckt sich das Brandnertal, umringt von Bergen, Gletschern, Wäldern und Gebirgsseen, von der Ortschaft Brand über Bürserberg bis hin zu Bürs. Von Dezember bis April gut ausgebautes Skigebiet, im Sommer mit seinen mehr als 400 facettenreichen Wanderwegkilometern ein Paradies für Natursuchende und alle diejenigen, die einfach mal abschalten möchten. Direkt im romantischen Bergort Brand kann das Auto schon mal beruhigt stehengelassen und alles bequem zu Fuß erledigt werden. Besucher sind willkommen und auch die Zusammenarbeit wird im Tal groß geschrieben. So passiert es beispielsweise, das zwei Pensionen sich eine Wärmepumpe gemeinsam teilen oder Gäste gegenseitig empfohlen werden. Komfortable Bergbahnen, über 100 Kilometer Mountainbike Passagen und ein Golfplatz mitten im Tal machen die Gegend auch zum vielfältigen Insidertipp.

Arlberg, Vorarlberg, Foto Wolfgang Hoi, www.anitaaufreisen.at
Golfen mitten im Gebirgswald.

Bunte Nachbarn

Mit der Schweiz und dem Fürstentum Lichtenstein sind zwei bunte Nachbarn fast ums Eck, die mit ihrer Kultur den einen oder anderen Einfluss nehmen. Nicht nur baulicher, sondern auch kulinarischer Natur. Dazwischen prangt der 2.965 Meter hohe Schesaplana (Rätikon), der mit seiner Präsenz fast schon ehrfürchtig über das Talende zu wachen scheint. Weitläufig durchzogen vom Alvier. Wichtig zu wissen ist noch, wenn Vorarlberger von Fläädle oder Grumbira sprechen, Fritatten und Kartoffel gemeint und bei Gäalrüable Karotten beschrieben sind.

Der naturbelassene Alvier Fluss bahnt sich seinen Weg durch das Brandnertal. Dabei kreuzt das Gewässer auch die Gemeinde Brand.“

Wer also einmal in dieses reizvolle Eck erfahren hat, möchte es nicht mehr missen. Bei der nächsten Fahrt über den Arlberg ist ein Abstecher zu empfehlen!

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Vorarlbergerisch für Anfänger – ein paar Basics für unterwegs

 

Bomm – Baum

Bündt – Wiese

Buschla – Kuh

Hääs – Kleidung

Huus – Haus

Wie – Wein

lupfa – heben

woalle – schnell

luaga – sehen

moll – doch

 

Text & Fotos: Wolfgang Hoi

Wolfgang Hoi ist Schreiberling, Psychologe und Medienmensch, aktiv im Verein medien.kultur.raum und seit kurzem mit Buchwurm auch der Bloggerleidenschaft verfallen. Ab und an ist er auch unterwegs, dann kommen solche Geschichten dabei raus. Mehr von ihm zu lesen gibt es hier:

Schloss Esterházy und Garten: Auf Kurzbesuch in Eisenstadt

151 Jahre voller Geschichte: Ein Weinkeller aus dem Burgenland erzählt

Hinunter und hinauf: Am Vierbergelauf auf der Suche nach sich selbst

 

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